Mehrwertsteuererhöhung

Allgemein gibt es bei der Mehrwertsteuer in Deutschland zwei unterschiedliche Steuersätze: den normalen und den ermäßigten. Dieses System wurde bereits in den 60er Jahren eingeführt und ist bis heute im Prinzip gleich geblieben. Für einzelne Produkte können sich Mehrwertsteuererhöhungen oder -senkungen also auch dadurch ergeben, dass sie zum jeweils anderen Steuersatz gerechnet werden. Ein prominentes Beispiel dafür war in jüngerer Vergangenheit die Gesetzesänderung, nach der für Hotelübernachtungen lediglich der ermäßigte Steuersatz fällig wird, nachdem bis dahin der normale Steuersatz galt.

5% bei der Einführung

Infos zur Mehrwertsteuer:
MwSt in Holland - MwSt in Österreich - MwSt in Deutschland

Abgesehen davon betrug der ermäßigte Steuersatz bei seiner Einführung fünf Prozent (siehe Historie der MwSt, mit der letzten Erhöhung im Jahr 1983 wurde dieser auf sieben Prozent erhöht. Bis dahin lag der ermäßigte Steuersatz immer genau bei der Hälfte des normalen Satzes, allerdings wurden seit diesem Zeitpunkt lediglich noch Erhöhungen des normalen Steuersatzes durchgeführt.

Am 1. April 1998 wurde die Höhe des normalen Mehrwertsteuersatzes auf 16 Prozent festgelegt, die letzte Mehrwertsteuererhöhung trat dann zum 1. Januar 2007 in Kraft. Seitdem beträgt der normale Mehrwertsteuersatz 19 Prozent, während der ermäßigte Satz weiterhin bei lediglich sieben Prozent liegt.

Nutzen sie unseren Mehrwertsteuer-Rechner um den Unterschied zwischen einer 7% und 19% Besteuerung zu ermittlen.

Im Wesentlichen gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Grundnahrungsmittel, Zeitungen, Bücher, Kulturveranstaltungen und andere Güter des täglichen Bedarfs. Diese waren von den letzten beiden Mehrwertsteuererhöhungen also nicht betroffen, während die Preise für alle übrigen Waren und Dienstleistungen sich aufgrund des erhöhten Steuersatzes verteuert haben.

Mit den Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007 wollte die Bundesregierung die steigenden Sozialausgaben finanzieren. Auf diese Weise stiegen zwar die Ausgaben vieler Haushalte, da die meisten Unternehmen die höhere Mehrwertsteuer auf ihre Preise aufgeschlagen haben, zur gleichen Zeit wurde jedoch ein andernfalls nötiger Anstieg der Lohnnebenkosten und anderer Sozialabgaben verhindert. Auf diese Weise waren die Auswirkungen vor allem auf viele Arbeitnehmer nicht so stark wie es andernfalls der Fall gewesen wäre.