Historie der Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer hat bereits eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Bereits vor mehreren Jahrhunderten wurden die ersten allgemeinen Verbraucherabgaben eingeführt. So war etwa zur Zeit der Karolinger, die ab dem achten Jahrhundert das Frankenreich regierten, der Begriff „Teloneum“ weit verbreitet. Dieses lateinische Wort steht für Gebühren, Zölle, Verbrauchs- und Verkehrsabgaben.

In den folgenden Jahrhunderten entstanden dann in vielen Städten Zölle, aus denen sich schließlich Umsatzgelder mit einem gewissen Steuercharakter entwickelten. Ab dem 15. Jahrhundert traten dann verschiedene Einzelverbrauchssteuern an die Stelle der bisherigen Umsatzgelder.

Infos zur Mehrwertsteuer:
MwSt Rechner - Mehrwertsteuergesetz - MwSt in der BRD

Im Deutschen Reich wurde diese Steuer dann im Laufe des Ersten Weltkriegs eingeführt. Zunächst galt ab dem Jahr 1916 eine so genannte Stempelsteuer auf Warenlieferungen, nach dem Kriegsende wurde diese dann ab 1918 von der Allphasen-Bruttoumsatzsteuer abgelöst. Diese betrug bei ihrer Einführung 0,5 Prozent, die Einnahmen sollten in erster Linie zur Finanzierung des Staatshaushalts dienen, der zu diesem Zeitpunkt unter enorm hohen Reparationszahlungen an die ehemaligen Kriegsgegner zu leiden hatte.

Im Laufe der kommenden Jahre stieg die Steuer dann nach und nach an, so dass sie im Jahre 1935 bereits bei zwei Prozent lag. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Höhe dann 1946 auf drei Prozent, fünf Jahre später sogar auf vier Prozent festgelegt. Dieses System galt bis 1967, in dem auf das heute gültige Mehrwertsteuersystem mit unterschiedlichen Steuersätzen, einem normalen und einem reduzierten, umgestellt wurde.

Die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer werden so verteilt, wie es im Grundgesetz vorgesehen ist. Zunächst flossen die Einnahmen ausschließlich an den Bund, ab 1969 wurden die Einnahmen dann zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Seit 1998 erhalten zudem auch die Gemeinden einen Teil der Einnahmen. Die genaue Aufteilung kann durch ein Bundesgesetz festgelegt werden, derzeit erhält der Bund etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen, an die Gemeinden gehen nur knapp über zwei Prozent.