Mehrwertsteuer in Österreich

Mehrwertsteuer in Österreich Die Mehrwertsteuer in Österreich ist eine so genannte Bundessteuer, der Bund hat also die Steuerhoheit über die damit generierten Einnahmen. Diese werden zum Teil an die verschiedenen Bundesländer aufgeteilt, wobei die jeweiligen Anteile vom Bund und den Ländern ausgehandelt werden müssen. Insgesamt lag das Aufkommen bei knapp 18 Milliarden Euro im Jahr 2007.

Die Regelung der Umsatzsteuer in Österreich

Infos zur Mehrwertsteuer:
MwSt Rechner - Mehrwertsteuergesetz - MwSt in der BRD

Mit der Mehrwertsteuer wird in Österreich der Austausch von Leistungen besteuert. Aus Anlass des Beitritts zur Europäischen Union im Jahr 1994 wurde das Umsatzsteuergesetz in Österreich geändert, damit die von der EU vorgegebenen Richtlinien erfüllt wurden. Allgemein müssen in Österreich sämtliche Unternehmen, deren Umsatz bei mehr als 30.000 Euro pro Jahr liegt, Umsatzsteuer zahlen. Gleichzeitig dürfen sie die Vorsteuer, die von anderen Unternehmen für Waren oder Dienstleistungen berechnet wird, mit der eingenommenen Umsatzsteuer verrechnen. Unternehmen, deren Umsatz niedriger als 30.000 Euro liegt, sind dagegen von der Umsatzsteuer befreit. Wenn diese Firmen Rechnungen an Endkunden ausstellen, müssen sie dafür also keine Mehrwertsteuer berechnen. Allerdings ist es auch für die so genannten Kleinunternehmen möglich, sich für die Umsatzsteuerpflicht zu entscheiden. In diesem Fall müssen zwar alle Rechnungen die Umsatzsteuer beinhalten, gleichzeitig darf die gezahlte Vorsteuer jedoch damit verrechnet werden.

Ausnahmen von der Steuerpflicht

Darüber hinaus gibt es im österreichischen Steuerrecht verschiedene Ausnahmen von der Umsatzsteuerpflicht. Diese gelten zum Beispiel für Versicherungen und Banken ebenso wie für Ärzte oder verschiedene Kultureinrichtungen.

Wenn österreichische Unternehmen Lieferungen aus einem anderen EU-Land beziehen, unterliegen diese ebenfalls der Steuerpflicht in Österreich, diese wird dann Erwerbsteuer genannt. Werden Waren aus anderen als den EU-Ländern bezogen, fällt die so genannte Einfuhrumsatzsteuer an. Die Steuersätze sind jedoch die gleichen wie für die normale Umsatzsteuer.

Gemeinnützige Vereine, abgesehen von Sportvereinen, unterliegen in Österreich ebenfalls der Umsatzsteuerpflicht. Allerdings erlischt diese Pflicht, wenn über einen längeren Zeitraum keine Gewinne erzielt werden, zudem gibt es eine Reihe von Ausnahmeregelungen.